Über uns

Nicht viele Themen finden regelmäßig so viel Aufmerksamkeit in den Medien und in der öffentlichen Diskussion wie die Landwirtschaft. Dabei entsteht der Eindruck, dass sich eine emotional stark aufgeheizte Debatte entwickelt hat. Diese Entwicklung macht uns Sorgen. Mit unserem Blog möchten wir dazu beitragen, dass Bauern und Bürger sich nicht voneinander entfernen, sondern sich gemeinsam für eine zukunftsfähige Landwirtschaft stark machen. Wie das gelingen kann, darüber möchten wir hier mit Ihnen disKUHtieren.

IMG_0001Wir, das sind  Kirsten Wosnitza und Gerd-Matthias Albertsen. Wir leben und arbeiten gemeinsam auf unserem Milchviehbetrieb in Nordfriesland. Die Tiere stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Zu unserem Hof gehören viele Flächen, die wir nur als Grünland bewirtschaften können. Dort weiden wir in der Saison alle Kühe, Jungrinder und Schafe. Uns fasziniert die Fähigkeit dieser Tiere, Gras so zu verwerten, dass daraus Milch und Fleisch für unsere Ernährung entstehen kann.

P1010677In diesem Blog wollen wir Sie in den Alltag auf unserem Hof mitnehmen und Ihnen zeigen wie wir arbeiten. Dabei möchten wir darüber berichten, was uns begeistert, aber auch welche Probleme es gibt, wenn man mit der Natur und Tieren lebt und arbeitet. Und wir möchten Ihnen erzählen, welche Gedanken uns und unsere Kollegen bewegen, wenn es um die Frage geht, wie die Landwirtschaft von morgen aussehen wird.

Gleichzeitig möchten wir von Ihnen erfahren, was Sie sich für die Zukunft wünschen und wie Bauern und Bürger gemeinsam daran arbeiten können. Scheuen Sie sich nicht, kritische Fragen zu stellen oder „unbequeme“ Meinungen zu äußern. Am Ende geht es uns aber darum, auf der Suche nach Lösungen das Verbindende und nicht das Trennende heraus zu arbeiten.

Als Medium möchten wir vor allem Videos nutzen und erheben absolut keinen Anspruch damit professionell zu arbeiten. Auch werden wir keine Fachvorträge halten, beantworten aber gerne Ihre Fragen, wenn Sie mehr Informationen zu den Themen wünschen.

 

Hof Sophiental

Seit 1997 leben und arbeiten wir auf unserem Hof in Nordfriesland. Zunächst als Partner in einer GbR mit unseren Vorgängern, die 2004 in den Ruhestand gegangen sind. Wir sind der Familie Lorenzen sehr dankbar, dass wir auf Grundlage einer Kauf/Pacht Lösung die Nachfolge auf ihrem Hof antreten durften und damit unseren Lebenstraum verwirklichen konnten. Bis zum Jahr 2011 war Gerd mit einer Unterbrechung (Stallbau) im Außendienst eines Lohnunternehmens tätig. Diese Konstellation hat dazu geführt, dass wir unsere begrenzte Arbeitskapazität einteilen mussten und vor allem für unsere Tiere verwenden. Für die Erledigung der Außenwirtschaft setzen wir daher größtenteils auf die gute Zusammenarbeit mit unseren Lohnunternehmen vor Ort.

 
Unser Hof liegt auf der nordfriesischen „Geest“. Wir wirtschaften auf Böden, die so um die 20 Bodenpunkte haben. Das bedeutet, dass unsere Sand- und anmoorigen Böden nicht sehr fruchtbar und ertragreich sind. So wird ein großer Teil als Dauergrünland genutzt. Diese Flächen dürfen aufgrund ihrer Eigenschaften nicht in Ackerland umgewandelt werden und wir beweiden oder mähen sie für Winterfutter. Ein Drittel der Flächen ist Ackerland und wir bauen dort Mais und etwas Getreide für Silage und Ackergras an. Nur knapp 10 Hektar sind Eigentum, die restlichen 75 Hektar haben wir zum Teil sehr langfristig gepachtet. Ein großer Teil des Grünlandes liegt nah an der Hofstelle – beste Voraussetzung für Weidehaltung.

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Hof Sophiental wurde um 1870 gegründet, zu dieser Zeit wurden hier Moor und Heide urbar gemacht. In unserem Haus können wir überall mit den Fingern die Zimmerdecke berühren – ein Zeichen für die geringe Ertragsfähigkeit der Böden zur Gründerzeit der Höfe in unserer Region. Nicht nur einmal haben wir darüber nachgedacht, auf ökologische Wirtschaftsweise umzustellen. Aber der Standort und der geringe Anteil an Eigenland macht es schwierig Reserven anzulegen, um als Biobetrieb schwierige Wetter- oder Marktsituationen überstehen zu können.

 

Mit möglichst viel Weidegang bemühen wir uns, gute Leistungen zu erzielen und den Tieren gute Haltungsbedingungen anzubieten. Wir versuchen, nicht alles bis an die Grenzen auszureizen und arbeiten daran, das Grünland fruchtbar als Humusspeicher zu erhalten und auch Raum für Natur und Tiere zu lassen. Während wir mit der Entwicklung unserer Grünlandflächen zufrieden sind, ist beim Acker noch viel Luft nach oben. Gerd eignet sich Kenntnisse in der regenerativen Landbewirtschaftung an. Allerdings ist unser Maschinenpark sehr übersichtlich, so dass man sehen muss, was wir letztendlich auch umsetzen können.

AbL Welche Kuh

In Schleswig Holstein haben regenerative Energien eine große Bedeutung. Wo es möglich war, haben wir Solaranlagen auf den Dächern. Einen eigenen Windstandort haben wir nicht, sind aber wie die meisten Bewohner unseres Dorfes am Bürgerwindpark beteiligt. Mit acht Berufskollegen betreiben wir eine Biogasanlage, die auch etliche Haushalte im Dorf mit Wärme versorgt. All dies hilft, Liquidität bei Durststrecken in der Milchviehhaltung zu erhalten.

 
In unserer Freizeit beschäftigen wir uns mit unseren Gotlandschafen und Hütehunden, dabei lassen sich Hobby und Arbeit miteinander verbinden. Und wir sind ehrenamtlich unterwegs in Sachen Landwirtschaft. Da wir keine Kinder haben, werden wir in den nächsten Jahren entscheiden müssen, wie es mit dem Hof weiter geht.

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