Traurige Geschichten

Gehören leider auch zum Alltag auf unserem Hof.

Und das ganz besonders, wenn man mit Tieren lebt und arbeitet. Es geschehen Unfälle oder es kommt vor, dass man Fehler macht. Und es ist nicht immer leicht, mit dieser Verantwortung zu leben. Manchmal ist es aber auch einfach der Lauf der Dinge. So wie Menschen plötzlich versterben, kommt dies auch bei Tieren vor.

In unseren über 20 Jahren auf dem Hof haben wir 4 Kühe ohne vorherige Anzeichen von Krankheit so verloren. Innere Verletzungen, Herzversagen? Wir wissen es nicht. Der Schreck, wenn man solch ein großes Tier morgens in der Dämmerung tot auf der Weide findet, ist groß.  Neben dem finanziellen Verlust fragt man sich jedes Mal, ob man tags zuvor vielleicht etwas übersehen hat und das Tier hätte retten können. 

Wir melden das tote Tier bei der zuständigen Tierkörperbeseitigungsanstalt und es wird in der Regel am nächsten Arbeitstag abgeholt. Wenn es keinen Hinweis auf ein Krankheitsgeschehen als Ursache gibt, verzichten wir auf eine Obduktion des Tieres. Diese würde ansonsten in der TBA durchgeführt werden können.

Im Sommer steigt die Gefahr von Euterentzündungen bei trockenstehenden Kühen oder tragenden Färsen. Der beteiligte Erreger wird oft durch Fliegen übertragen und zerstört das Gewebe des betroffenen Euterviertels. Vom Pyogenes Erreger betroffene Kühe sind in der Regel nicht mehr in der Milcherzeugung einzusetzen, da ein großer Teil des Eutergewebes zerstört wird.

Wir versuchen, möglichst wenig „Chemie“ an die Tiere zu bringen und so der Entwicklung von Resistenzen gegen einzelne Wirkstoffe vorzubeugen. Da der Fliegenbefall Anfang des Sommers relativ gering war, haben wir die erste Behandlung weiter nach hinten verschoben. Dies hat vermutlich dazu geführt, dass eine trockene Kuh und zwei Färsen erkrankt sind. Der Tierarzt hat dann für die Jungtiere Ohrclips https://imedikament.de/flectron/fachinformation und für die trocken stehenden Kühe ein Mittel verschrieben, das auf den Rücken der Tiere aufgebracht wird https://www.msd-tiergesundheit.de/produkte/butox-protect-75-mg-ml-pour-on/. Im nächsten Jahr werden wir die erste Fliegen Behandlung wieder früher durchführen!

Zum Zeitpunkt des Trockenstellens werden bei uns die Kühe (und hochtragenden Färsen) geimpft. Dieser Impfstoff soll unsere Kälber über die Kuhmilch vor einer gefährlichen Durchfallerkrankung schützen. Die Erreger (Coli, Rota, Corona) wurden anhand von Kotproben im Labor nachgewiesen. Bisher hat das gut funktioniert. Wichtig für den Erfolg ist, dass die neugeborenen Kälber innerhalb der ersten Lebensstunden ausreichend „Biestmilch“ (die erste Milch) aufnehmen. Sie enthält aufgrund der Impfung eine hohe Anzahl von Antikörpern gegen diese und andere Krankheiten.

Die Kühe und Kälber haben Glück, dass es für sie bereits einen Corona Impfstoff gibt!

Autor: kelpiekirsten

Milchbäuerin

3 Kommentare zu „Traurige Geschichten“

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