„Lieben“ wir unsere Tiere?

Das war die Frage meines Mannes, als wir heute über unseren Beitrag zur Kälberhaltung diskuhtiert haben.

Tierhaltung, gleichgültig ob privat oder beruflich, heißt immer den natürlichen Lebensraum unserer Tiere einzuschränken. Jeder hat für sich seine persönlichen Grenzen gesetzt. Da gibt es Hundehalter, die ihren Liebling jeden Tag während der Arbeitszeit alleine zu hause lassen. Andere dagegen verzichten auf vieles, um ihrem Hund tagsüber einen Platz in der HuTa zu finanzieren, wo ihr Vierbeiner mit anderen Artgenossen ausgiebig seine sozialen Kontakte ausleben kann. Ich kenne Pferdehalter, die sich jeden Tag abschuften, um Bewegungsstall und Kolik OP zu finanzieren, während andere die Innenbox bevorzugen und sich von ihrem Sportsfreund trennen, sobald die Erfolge auf dem Turnierplatz ausbleiben.

Und ich lese Werbeslogans von Berufskollegen zum Thema landwirtschaftliche Tierhaltung – Wir lieben unsere Tiere!

Mein Mann sagt – ich liebe meine Frau. Meine Tiere liebe ich nicht.  Etwas das man liebt, schlachtet und isst man nicht. Aber ich versuche, unseren Tieren ein möglichst anständiges Leben zu bieten.

Das gilt auch für unsere Kälberaufzucht. Die Kleinen werden ziemlich schnell nach der Geburt von der Kuh getrennt, damit die Kuh keine Bindung zum Kalb aufbaut und ihm nachtrauern muss. Die Kälber werden die ersten drei oder vier Tage einzeln oder zu zweit intensiv betreut, bis sie fit sind für die Gruppenbox. Wir haben gute Erfahrungen gemacht, sie so schnell wie möglich in die Gruppe zu integrieren. Dort haben sie die ersten Wochen Milch satt zur freien Aufnahme und werden mit zwölf Wochen von der Milch entwöhnt. Zu diesem Zeitpunkt fressen sie ausreichend Heu, Silage, Kraftfutter oder auch Gras.

Bei unserer Kälberhaltung gäbe es noch einiges zu verbessern. Wir versuchen so wenig Kälber wie möglich zu halten und uns um diese dann auch intensiv zu kümmern. Die Trennung von Kuh und Kalb stimmt auch uns immer wieder nachdenklich. Auch wenn wir unsere Tiere nicht „lieben“.

 

 

 

 

 

Autor: kelpiekirsten

Milchbäuerin

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